Sisi Lang wurde am 1. August 1916 in Reiden als jüngere von zwei Töchtern geboren und wuchs in Uetikon am Zürichsee auf. Ihr Vater, Robert Jakob Lang, arbeitete als Journalist und Schriftsteller zu Hause und führte den Haushalt in der Rolle des Hausmanns, da die Mutter, Friedl Lang-Keck, unter schweren Depressionen litt. Sisi Lang absolvierte eine Ausbildung als Fotografin und heiratete 1939 Hans Bolliger. Die Ehe führte sie den Haushalt und war als Randfigur bei den Gästen ihres Mannes. Sie hatten zwei Söhne, und nach der Trennung arbeitete sie als alleinerziehende Mutter in verschiedenen Jobs.
Nachdem ihre Söhne erwachsen waren, begann Sisi Lang sich kreativ zu betätigen. Sie schneiderte, strickte, und kreierte Schmuck. Ab 1980 entstanden textile Arbeiten, gefolgt von Farbstiftzeichnungen. Sie arbeitete intensiv an ihren Werken, zeigte sie jedoch nur der engsten Familie. Sie war äusserst bescheiden und lebte mit positiver Lebens-einstellung. Im Juni 2010 erkrankte sie schwer und verstarb am 4. Juli 2010.
Beim Räumen ihrer Wohnung nach ihrem Tod wurden zahlreiche Zeichnungen gefunden. Auf ihrem Nachttisch lag unter anderem Computer-Fachliteratur, obwohl sie nie einen Computer benutzt hatte. Sie war stets interessiert daran, zu verstehen, womit sich ihre Umgebung beschäftigte.