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Corrière Vincent
Cor­riè­re Vin­cent

Corrière Vincent

Ich bin ein Auto­di­dakt. Ich habe also kei­ne Kunst­aus­bil­dung. Die ein­zi­gen Kunst­kur­se, die ich hat­te, sind die des Col­lege. Ich habe auch in der High School Indus­trie­de­sign prak­ti­ziert, was nichts mit Kunst zu tun hat, aber es kann in mei­nen Arbei­ten mit Per­spek­ti­ven gese­hen wer­den (auch wenn sie manch­mal komisch sind). Als Teen­ager habe ich auch sehr ger­ne kopiert, Zei­chen­trick­fi­gu­ren und Album­co­ver. Ich habe vie­le Kin­der gezeich­net, um mir die Zeit zu ver­trei­ben, weil ich sehr ein­sam war. Ich stell­te mir in mei­nen Zeich­nun­gen Aben­teu­er­sze­nen vor und bau­te Schutz­hüt­ten, die oft auf Klip­pen thron­ten, mit sehr kom­pli­zier­ten Zugän­gen.

Ich habe als Kind (heim­lich) davon geträumt, einen Beruf als Schöp­fer von Mons­tern für das Kino zu machen, was mei­nen Vater zum Sprin­gen gebracht hät­te! Ich begann unge­fähr 22 Jah­re alt zu zeich­nen, wäh­rend ich eine Psy­cho­the­ra­pie mach­te, um mich aus­zu­drü­cken und aus Din­gen her­aus­zu­kom­men, die unmög­lich zu sagen und zu den­ken waren. Ich krit­zel­te viel wie die Klei­nen, dann impro­vi­sier­te ich Gesich­ter, immer mit har­ten Gesichts­aus­drü­cken, stirn­run­zeln­den Augen (ein biss­chen wie ich). Ich habe schlecht gezeich­net, weil ich ohne Modell nicht allei­ne zeich­nen konn­te. Ich habe dann ver­sucht, spon­ta­ne, abs­trak­te For­men auf Papier zu brin­gen, ein biss­chen wie asia­ti­sche Kal­li­gra­phie, indem ich nach rei­nen For­men gesucht und Emo­tio­nen in Ent­span­nung befreit habe. Ich fand mei­nen Stil dann durch die Ver­wen­dung des Kugel­schrei­bers mit Schraf­fur und sich kreu­zen­den gebo­ge­nen For­men. Ich arbei­te­te durch Asso­zia­ti­on, Wie­der­ho­lung und Trans­for­ma­ti­on von For­men und ver­such­te vor­sich­tig, eine abs­trak­te Form in eine figu­ra­ti­ve Form umzu­wan­deln, wäh­rend ich die bei­den zusam­men­hielt. All­mäh­lich fand ich eine Tech­nik, bei der ich im Col­lege auf karier­ten Blät­tern impro­vi­sier­te, ohne nach­zu­den­ken, wäh­rend ich den Lek­tio­nen zuhör­te. Heu­te benut­ze ich den Stift und die Tin­te im sel­ben Geist, wäh­rend ich raf­fi­nier­ter und abs­trak­ter mache, ohne Schat­ten und ohne Schraf­fur. Ich weiss nicht, wohin es mich füh­ren wird, ich las­se mich über­ra­schen und möch­te mich nicht auf eine künst­le­ri­sche Strö­mung oder einen bestimm­ten Stil ein­las­sen.

Ich ver­su­che mei­ne Gefüh­le aus­zu­drü­cken, wenn ich eine Arbeit ohne ein bestimm­tes Pro­jekt schaf­fe. Ich höre auf mei­ne Gefüh­le, wäh­rend ich ein inter­es­san­tes visu­el­les Gan­zes auf­baue.

Ich las­se mei­ne Hand zeich­nen, könn­te ich sagen, auch wenn mein Intel­lekt auch ein­greift. Aber die bes­ten Zeich­nun­gen für mich sind die­je­ni­gen, die so schnell wie offen­sicht­lich gemacht wer­den, ohne zu hin­ter­fra­gen. Wenn die­ses Los­las­sen statt­fin­det, ist es wirk­lich die Bewe­gung mei­ner Hand, die mich führt. Ich bin nicht mehr als der Zuschau­er, der erstaunt ist, was vor mei­nen Augen pas­siert: Es ist das, was ich zu die­ser Zeit am bes­ten kann. Ich habe kei­ne beson­de­re Phi­lo­so­phie in Bezug auf Kunst. Es ist das Werk, das sei­ne Wahr­heit ent­hält (das mir ziem­lich oft ent­geht und das mich über­rascht, wenn ich es wie­der ent­de­cke). Ich ver­su­che nicht, einer künst­le­ri­schen Bewe­gung anzu­ge­hö­ren, mich ihr anzu­schlies­sen, sie zu kopie­ren. Künst­ler inspi­rie­ren mich natür­lich, es wirkt sicher­lich in mir, aber wenn man zeich­nen muss, soll­te man nicht län­ger den­ken und nicht ver­su­chen, «im Stil von» zu tun. Mei­ne Arbei­ten schei­nen der sin­gu­lä­ren Kunst nahe zu sein, auch wenn ich mich nicht zu sehr wie­der­erken­ne. Ande­rer­seits mag ich die­sen Begriff «Sin­gu­lar», der jeden authen­ti­schen Künst­ler betref­fen muss und dar­auf bedacht ist, etwas Per­sön­li­ches aus­zu­drü­cken. Ich mag es, dass mei­ne Zeich­nun­gen sehr gra­fisch und akri­bisch sind und gleich­zei­tig eine all­ge­mei­ne Kon­sis­tenz auf­wei­sen. Mei­ne Kunst bleibt sehr abs­trakt, auch wenn häu­fig sehr pri­mi­ti­ve Figu­ren an der Wen­de einer abs­trak­ten Form auf­tau­chen. Mei­ne Arbeit, so scheint es mir, dreht sich um die Schöp­fung, den Über­gang vom Leb­lo­sen zum Leben­den. Der Moment, in dem etwas Mensch­li­ches oder Tie­ri­sches keimt und ent­steht, über­rascht mich immer wie­der. Mei­ne Arbei­ten sind der­zeit klei­ne For­ma­te. Ich habe vor, mich durch Malen zu einer Arbeit über ein grös­se­res For­mat zu ent­wi­ckeln.

4 Werke von Corrière Vincent.