Ernst Kolb (1927–1993) war ein zurückgezogen lebender Bäcker aus Mannheim mit grossem Interesse an Kunst und Kultur. Trotz schwieriger familiärer Umstände – seine Mutter wurde von den Nazis ermordet, seine Schwester litt an Schizophrenie – entwickelte er sich zu einem originellen Chronisten des Stadtlebens. Er besuchte unzählige kulturelle Veranstaltungen und begann ab 1969 selbst zu zeichnen. Seine Werke, zunächst als «Kritzeleien» belächelt, fanden später grosse Anerkennung. Nach einem Schlaganfall zog er sich zurück; sein Vermächtnis wurde dank Rolf Bergmann bewahrt. 2018 wurde Kolb mit einer Ausstellung in der Collection de l’Art Brut in Lausanne posthum gewürdigt.