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Dank Rolf Bergmann blieb der Nachlass des Mannheimer Bäckers erhalten und Ernst Kolb wurde wiederentdeckt…

Kolbs muss­te einst Hals über Kopf eine neue Blei­be fin­den und er lager­te sei­ne Hab­see­lig­kei­ten vor­über­ge­hend auf dem Est­rich eines Gale­ris­ten ein. Danach erkrank­te er und ver­brach­te den Rest sei­nes Lebens bis zu sei­nem Tod in einem Pfle­ge­heim. So kam es, dass Kolbs Nach­lass nach sei­nem Tod jah­re­lang unbe­ach­tet auf jenem Est­rich ver­staub­te und es inters­sier­te sich nie­mand dafür.

Der Gale­rist woll­te dies Hin­ter­las­sen­schaft Kolbs auf sei­nem Est­rich schliess­lich los­wer­den oder ent­sor­gen. Rolf Berg­mann, der Schrift­stel­ler aus Dres­den, der bereits das Erin­ne­rungs­büch­lein an Kolb, «der Mann mit der Plas­tik­ta­sche» her­aus­ge­ge­ben hat­te und der einst in Mann­heim gelebt hat­te und dort Kolb und den Gale­ris­ten gekannt hat­te, hol­te 2009 die­se Alt­last, die gan­zen Hab­see­lig­kei­ten Kolbs in Mann­heim beim Gale­ris­ten ab und küm­mer­te sich danach sehr inten­siv um Kolbs Ver­mächt­nis und des­sen Ver­wal­tung.

So ist es aus­schliess­lich dem gros­sen Enga­ge­ment von Rolf Berg­mann zu ver­dan­ken, dass die hoch­in­ter­es­san­te Zeich­nun­gen nicht auf dem Müll lan­de­ten und ent­sorgt wur­den, son­dern sorg­fäl­tig gesich­tet und ver­wal­tet wur­den. Berg­mann hat sich inten­siv für das Werk von Kolb ein­ge­setzt und er hat bewirkt, dass Kolb wie­der­ent­deckt wur­de, sei­ne Arbei­ten erhal­ten geblie­ben sind und heu­te noch vie­le Kunst­lieb­ha­ber inspi­rie­ren.

Als Berg­mann um 2012 aller­dings höchst erfolg­reich begann, Kolbs Zeich­nun­gen mit sehr ori­gi­nel­len Titeln, die er dafür erfand, auf eBay zu ver­kauf­ten, blieb das in Mann­heim nicht unbe­merkt und als er auf Grund der Tage­bü­cher von Kolb auch eine Bio­gra­fie publi­zier­te, rief dies auch eine Grup­pe von Nei­dern auf den Plan und ein Mann­hei­mer Kul­tur­club for­der­te Berg­mann ulti­ma­tiv auf, den gesam­ten Nach­lass nach Mann­heim zurück­zu­brin­gen und dem Kul­tur­klub aus­zu­hän­di­gen. Berg­mann ging nicht auf die­se For­de­rung ein, aber die For­de­rung mach­te ihm für den ihm ver­blei­ben­den Rest sei­nes Lebens zu Schaf­fen. Berg­mann ver­starb im Mai 2015 und er konn­te lei­der die von ihm bewirk­te Aner­ken­nung Kolbs und die Kolb-Aus­stel­lung, die 2018 in der Coll­ec­tion de L’Art Brut in Lau­sanne statt­fand, nicht erle­ben.

Die Abbil­dung zeigt Zeich­nun­gen Kolbs, und aus­ser­dem Kolb auf­ge­nom­men anläss­lich einer Aus­stel­lung in Mann­heim