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Moseley steve
Ken­nen Sie die Fla­schen, die Schif­fe ent­hal­ten? Beim Künst­ler Mose­ley Ste­ve aus den USA sind es kei­ne Schif­fe, son­dern reiz­vol­le Alter­na­ti­ven.

Moseley steve

Als ich ein Teen­ager war, ent­deck­te ich, was für mich eine Lei­den­schaft für den Rest mei­nes Lebens wur­de. Im Chi­ca­go Muse­um of Art, sah ich die ers­te Fla­sche sah Ich war süch­tig: Objek­te wer­den Stück für Stück durch den Hals der Fla­sche ein­ge­führt und in der Fla­sche zusam­men­ge­fügt. Die ers­te Fla­sche stammt aus dem Jahr 1700. Zwi­schen 1880–1910 war die Blü­te­zeit und nach dem 2. Welt­krieg ging die Her­stel­lung zurück. Heu­te gibt es nur weni­ge Men­schen, die sie machen. Der Inhalt vari­iert. Die Künst­ler sind Auto­di­dak­ten, denn es gibt kei­ne Schu­len, oder Anlei­tun­gen. Man muss selbst her­aus­zu­fin­den, wie man sie macht und sich Werk­zeu­ge her­stellt, um in den Fla­schen zu arbei­ten. Eine moder­ner Künst­ler ist Ste­ve Mose­ley aus St. Lou­is, Mis­sou­ri in den USA. Kürz­lich hat RAWVISION 85 Ste­ve Mose­ley und sei­ne phan­tas­ti­schen Fla­schen vor­ge­stellt.

Ste­ve Mose­ley, der Schöp­fer und sei­ne unver­gleich­li­chen Fla­chen wur­den kürz­lich in der Fach­zeit­schrift RAWVISION Nr. 85 vor­ge­stellt. Er wur­de 1964 in Louis­ville, Ken­tu­cky gebo­ren. Sei­ne offi­zi­el­le künst­le­ri­sche Aus­bil­dung dau­er­te 9 Jah­re Inkl. Kin­der­gar­ten – er sieht sich nicht als Künst­ler, son­dern als Modell­bau­er. Als Teen­ager bas­tel­te er Modell­flug­zeu­ge, die er an die Schlaf­zim­mer­de­cke häng­te. Er stu­dier­te an der Uni­ver­si­ty of Louis­ville Che­mie und arbei­te­te zehn Jah­re als For­schungs­tech­ni­ker. Damals traf er sei­ne künf­ti­ge Frau, die einen Abschluss in Bio­che­mie hat­te. Es kam das ers­te Kind und er über­nahm die Rol­le des Haus­manns. Sie zogen nach St. Lou­is. Er begann Schif­fe in Fla­schen zu bau­en, spä­ter ande­re Objek­te. Er erkrank­te an einer sehr sel­te­nen schwe­ren Auto­im­mun­krank­heit, bei der ihm, je nach Ver­lauf eine Lebens­zeit von nur zwei Wochen blieb. Dem setz­te er sei­nen Wil­len ent­ge­gen.

Die Objek­te im Innern der Fla­schen wer­den aus Lin­den­holz geschnitzt und mit einem 2‑Kom­po­nen­ten-Ton ergänzt. Die Ein­zel­tei­le sind so klein, dass sie durch den Fla­schen­hals pas­sen um im Inne­ren zusam­men­ge­baut zu wer­den. Ste­ve meint, die Arbeit an einer durch­schnitt­li­chen Fla­sche sei etwa zwan­zig Stun­den. Die Inspi­ra­tio­nen für sei­ne Fla­schen stam­men aus einer Viel­zahl von Quel­len. Drei The­men, sind Sex, Reli­gi­on und Poli­tik. Dies sind sei­ne Lieb­lings­the­men. Die Katho­li­sche Kir­che und die Bap­tis­ten sind eine Inspi­ra­ti­ons­quel­le für vie­le sei­ner Fla­schen. Er liebt es, Sze­nen, an wel­che Men­schen den­ken, aber kaum dis­ku­tie­ren, dar­zu­stel­len und nähert sich den The­men auf humor­vol­le Wei­se. Die Fla­schen wer­den gele­gent­lich als Volks­kunst bezeich­net, jedoch wer­den die in Ste­ves Fla­schen dar­ge­stell­ten Sze­nen sel­ten oder nie in der Volks­kunst dar­ge­stellt, wie Pädo­phi­len-Skan­dal, Kor­rup­ti­on in der Kir­che, die Hal­tung der süd­li­chen Evan­ge­li­ka­len, Pro­sti­tu­ti­on, Ras­sis­mus, Trans­ves­tie oder Homo­se­xua­li­tät.

Seit er wie­der­holt dem Tode nahe gewe­sen sei, sehe er sich über den Din­gen. Wenn sich Leu­te von Fla­schen ver­letzt fühl­ten, sei das nicht sei­ne Sache. Für sei­ne bes­ten Fla­schen hält er jene, die eini­ge Leu­te scho­ckie­ren, ande­re aber zum Lachen brin­gen. Die Ideen über­fal­len ihn und um den Kopf wie­der frei zu bekom­men, hel­fe es dann ein­zig, die Fla­sche zu rea­li­sie­ren. Ein­mal fer­tig, lan­den sie, um nicht abge­staubt wer­den zu müs­sen, und vor Tor­na­dos sicher zu sein, im Unter­ge­schoss. Men­schen sind oft Gegen­stand sei­ner Kunst. Und ein­mal aus­ge­führt, kei­nen Bedarf mehr für sei­ne Wer­ke, also schickt er sie den von ihm Por­trä­tier­ten: so hat er Fla­schen für ver­schie­de­ne ame­ri­ka­ni­sche Künst­ler gestal­tet.

(Text­aus­zug aus RAWVISION-Arti­kel Sus­an D. Jones)

Phan­tas­tisch, dass Ste­ve Mose­ley auf die­se Sei­te gestos­sen ist, die ihn zu einer Fla­sche inspi­riert hat, die den Samm­ler zeigt der sei­nen Blick über die Decke schwei­fen lässt, Aus­schau hal­tend nach Platz für eine neu erwor­be­ne Arbeit. Ein rie­si­ges Dan­ke­schön an Ste­ve Mose­ley für die­ses wit­zi­ge und wun­der­ba­re Geschenk!

1 Werk von Moseley steve.