Soeben widmeten zwei meiner Facebook-Freunde aus Frankreich den Zeichnungen von Ernst Kolb eigene Beiträge.
widmetIch bin ein großer Bewunderer seiner Arbeiten und bedaure sehr, dass Kolb nach wie vor sehr unterschätzt ist.
Es macht mich traurig, dass es sehr wohl Art Brut Künstler gibt, über die gleich mehrere Publikationen existieren, aber abgesehen von der dünnen Broschüre, die 2018 zur Kolb-Ausstellung der Collection de L‘Art Brut in Lausanne erschien und dem Rawvision-Beitrag, nichts über Kolbs und seine immer wieder so überraschenden und interessanten Werke!
Kolbs aussergewöhnlichen Zeichnungen würden die Veröffentlichung in einer Monografie auf Grund ihrer Qualität absolut verdienen – es wäre eine wichtige Aufgabe und eine Pioniertat von kunsthistorischem Wert und deshalb doch wohl sinnvoller als eine weitere zusätzliche Publikation über bereits bekannte Künstlerinnen und Künstler wie z.B.Aloise, Wölfli oder Madge Gill etc..
Schade, dass Experten bis heute nie daran interessiert waren, diesem noch viel zu wenig Bekannten der Art Brut ihre Aufmerksamkeit zu widmen und den einzigartigen Schatz seiner Zeichnungen zu bergen und zu erkunden.
Rolf Bergmann hat mit seiner im Bonhöfer Verlag 2013 erschienenen Biografie wichtige Vorarbeit geleistet, aber der Biograf und Promotor Kolbs verstarb leider 2015 und seit seinem Tod ist es leider ruhig geworden um den Mannheimer Bäcker und es gibt niemand, der in seine Fusstapfen getreten ist. Jammerschade!
Kolb wäre ein sehr spannendes Studienobjekt und eine echte Herausforderung für junge Kunsthistorikerinnen und Kunsthistoriker, denn sein Werk, das bereits vorliegt oder noch aufzustöbern ist, ist tatsächlich eine Fundgrube und im Einzelnen immer wieder überraschend. Ich selber würde eine solche Pioniertat mit grosser Begeisterung unterstützen und meine Kolb Sammlung (www.aussenseiterkunst.ch) würde dafür selbstverständlich jederzeit vollumfänglich zur Verfügung stehen!