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Gesammelt, als er noch nicht bekannt war – jetzt ist er in der Collection de l’Art Brut in Lausanne: Noviadi Angkasapura…

Auf Face­book stiess ich vor etwa 10 Jah­ren auf den Indo­ne­si­er Novia­di Ang­kas­a­pura. Auf sei­nem Kon­to prä­sen­tier­te er damals einen Ord­ner mit Zeich­nun­gen, die er zum Kauf anbot. Ich war von den Zeich­nun­gen begeis­tert und erkun­dig­te mich nach den Prei­sen. Er nann­te einen aus mei­ner Sicht beschei­de­nen Betrag, aller­dings mit der Bedin­gung, gleich­zei­tig zwan­zig Zeich­nun­gen zu kau­fen.

Ich wag­te dar­auf einen ers­ten Kauf, auf­ge­teilt in zwei Tran­chen. Danach folg­ten noch eini­ge wei­te­re und für eini­ge Jah­re war ich ein Dau­er­be­su­cher sei­ner Face­book-Sei­te sowie ein regel­mäs­si­ger Käu­fer: es war ein gros­ses Ver­gnü­gen für mich, sei­ne Arbeit via den lau­fend aktua­li­sier­ten Ord­ner zu ver­fol­gen und ihm sozu­sa­gen bei der Arbeit über die Schul­ter zu bli­cken!

Das ende­te dann aller­dings abrupt, als Ang­kas­a­pura sein Face­book-Account auf­hob und mit­ge­teil­te, die Cavin Mor­ris Gal­lery NY (spä­ter auch Hen­ry Boxer Gal­lery in Gross­bri­tan­ni­en) küm­me­re sich ab sofort exklu­siv um den Ver­kauf sei­ner Wer­ke. Der span­nen­de Blick in sein Ate­lier und die Mög­lich­keit, Arbei­ten von ihm zu erwer­ben, waren für mich schlag­ar­tig vor­bei. Im Han­del, z. B. an der Out­si­der Art Fair in Paris wur­den sei­ne Wer­ke danach zu vier­stel­li­gen Beträ­gen ange­bo­ten. Die For­ma­te waren aller­dings grös­ser gewor­den und sei­ne neu­en Arbei­ten waren aus­ser­or­dent­lich attrak­tiv aber vor allem fiel auf, dass sie sehr viel ein­heit­li­cher waren.

Die For­ma­te der Zeich­nun­gen, die ich ihm abge­kauft hat­te, waren alle eher klein­for­ma­ti­ger und gleich­zei­tig waren sie sehr viel expe­ri­men­tier­freu­di­ger und unter­schied­li­cher. Aus die­sem auf­fäl­li­gen Unter­schied zog ich per­sön­lich den Schluss, dass sich der Künst­ler in sei­nen aktu­el­len Arbei­ten wohl auch dar­an ori­en­tie­re, was erfolg­reich ver­kauft wür­de. Es war ein Feh­ler, dies in einem Post auf Face­book mit Bei­spie­len mei­ner Zeich­nun­gen anzu­tö­nen, denn zu mei­ner Über­ra­schung reagier­te die reno­mier­te Cavin Mor­ris Gal­lery umge­hend auf mei­nen Bei­trag und wies mei­ne Behaup­tung, Ang­kas­a­pura las­se sich in sei­ner Arbeit von nach der Nach­fra­ge beein­flus­sen, sei eine bös­ar­ti­ge Unter­stel­lung, denn die Gale­rie lies­se ihren Künst­lern die abso­lu­te Frei­heit und wür­de sie in kei­ner Wei­se beein­flus­sen! Es blieb mir nichts ande­res übrig, als mich für mei­ne Äus­se­rung zu ent­schul­di­gen.

Im Jahr 2023 kam die Coll­ec­tion de L’Art Brut auf mich zu und war inter­es­siert dar­an, mir Zeich­nun­gen von Ang­kas­a­pura abzu­kau­fen. Ich hat­te sel­ber kei­ne Ahnung vom Han­dels­wert der Zeich­nun­gen und nach mei­nem eher zwei­fel­haf­ten Ruf bei der Cavin Mor­ris Gal­le­rie bat ich Hen­ry Boxer um Rat und die­ser hat mir lie­bens­wür­di­ger­wei­se geant­wor­tet, dass mei­ne Zeich­nun­gen wohl nicht die Qua­li­tät sei­ner der­zeit ver­kauf­ten Zeich­nun­gen auf­wei­sen wür­den, dass sie aber doch inzwi­schen einen inter­es­san­ten drei­stel­li­gen Preis erzie­len wür­den. Die hier gezeig­ten fünf­zehn Zeich­nun­gen, die ich von Ang­kas­a­pura gekauft hat­te, noch bevor er ein Play­er im Kunst­markt war, gin­gen auf Grund die­ser Ein­schät­zung des Ken­ners zu einem für bei­de Sei­ten kor­rek­ten Preis in die Bestän­de der Coll­ec­tion de L’Art Brut in Lau­sanne.