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Peter Bolliger. War Grafiker und wurde Sammler und Betreiber dieser Webseite

Nach absol­vier­ter Aus­bil­dung arbei­te­te ich als Gra­fi­ker, sah mich aller­dings eher als Künst­ler und zeig­te freie Arbei­ten in drei Ein­zel­aus­stel­lun­gen. Aber dann kon­zen­trier­te ich mich aus­schliess­lich auf den Beruf und mei­ne Fami­lie und arbei­te­te im eige­nen Ate­lier schliess­lich noch zehn Jah­re über mein offi­zi­el­les Pen­si­ons­al­ter hin­aus.

Berufs­leu­te mei­ner Gene­ra­ti­on stan­den vor einer gewal­ti­gen Her­aus­for­de­rung: das erlern­te Hand­werk muss­te nun mit dem Com­pu­ter aus­ge­führt wer­den und wer sich der tech­ni­schen Ent­wick­lung ver­wei­ger­te, ver­lor rasch sei­ne Arbeit. Sehr posi­tiv ver­än­der­te die neue Tech­no­lo­gie aber das Ver­hält­nis unter Berufs­kol­le­gen, die sich zuvor vor allem als Kon­kur­ren­ten wahr­ge­nom­men hat­ten – jetzt waren alle glei­cher­mas­sen gefor­dert und man bil­de­te sich in Selbst­hil­fe­grup­pen gemein­sam wei­ter.

Das damals völ­lig neue Web eröff­ne­te bis­her undenk­ba­re Mög­lich­kei­ten. Sam­meln konn­te man nun statt regio­nal in meh­re­ren Län­dern gleich­zei­tig, was schlag­ar­tig einen rie­si­gen Markt und ein viel­fäl­ti­ges Ange­bot bedeu­te­te. Da dies gleich­zei­tig aber noch lan­ge nicht all­ge­mein bekannt und allen ver­traut war, herrsch­te im Web eine rich­ti­ge Gold­grä­ber­stim­mung und es gab vie­le inter­es­san­te Objek­te zu erschwing­li­chen Prei­sen.

In jener Zeit ent­deck­te ich eBay, Etsy und Ricar­do und stiess auf viel Inter­es­san­tes. Dies lös­te denn auch die Sam­mel­lei­den­schaft aus und hat mich lang­fris­tig, obschon ich mir des­sen damals nicht bewusst war, zu der für mich sinn­bil­den­den Beschäf­ti­gung mit mei­nen Web­sei­ten und den Bei­trä­gen in den Sozia­len Medi­en gebracht, die mich nun in Atem hal­ten, seit ich die Berufs­ar­beit im eige­nen Ate­lier auf­ge­ge­ben habe.

Nach jah­re­lan­gem Unter­bruch begann ich damals auch wie­der damit, zwei­mal wöchent­lich in zwei Grup­pen Akt zu zeich­nen. Anders als in jun­gen Jah­ren, wo ich aus­schliess­lich nach Fan­ta­sie zeich­ne­te, jetzt aus­schliess­lich nach leben­den Model­len – und dies vor­zugs­wei­se, falls dafür genü­gend Zeit zur Ver­fü­gung steht, mit spe­zi­el­ler Freu­de aus ver­schie­de­nen Per­spek­ti­ven mit dün­nem Filz­stift, wo eine ein­mal gezeich­ne­te Linie sich weder kor­ri­gie­ren noch ver­bes­sern lässt und die Zeich­nung des­halb auf Anhieb gera­ten muss.