Benjamin Jahn wurde 1978 geboren. Ich fand auf seinen Konten im Internet seine berührenden roh bis wilden Bilder von Menschen und deren Beziehungen, die mich unmittelbar berührten. Und so habe ich ihn damals angefragt, ob er mir einige seiner Werke verkaufen würde. Zu meiner grossen Freude war er nicht nur einverstanden, dies zu tun, sondern ich durfte ihm sogar restlos alle Werke meiner Wunschliste abkaufen, welche mich am Unmittelbarsten angesprochen hatten.
Als ich ihn für die Webseite um biografische Angaben bat, hat er mir die nachfolgenden biografischen Texte übermittelt. Wahrscheinlich würden sie heute, sieben Jahre später, anders ausgefallen, aber zu den hier gezeigten, damals oder früher entstandenen Bildern passen sie wohl absolut.
«Ich sitze hier in meinen kleinen Kämmerlein und fürchte mich vor der Welt da draussen, durch meine abstrakte Denkweise hab ich angefangen alles einzufangen und auf Papier zu bringen. Ich bin seit 9 Jahren EU-Rentner. Vorher habe ich 12 Jahre von 1997–2009 in der Gastwirtschaft gearbeitet, meine Familie und ich hatten eine Gaststätte geführt, mit Speisen und Getränken aller Art und Zimmervermietung für Monteure in der Nähe des Hamburger Flughafens. Die Gaststätte besteht heutzutage noch und die Nachmieter haben ein gut laufendes Geschäft übernommen, ich musste krankheitsbedingt die Pacht aufgeben.
Angefangen zu Malen hab ich, als meine grosse Liebe mit mir Schluss gemacht hat. Und zuerst waren meine Bilder dunkel gehalten, aber irgendwann wollte ich schöne grosse helle Bilder malen und mit den Farben spielen. Ich probiere in den Gesichtern der Figuren immer wieder was Neues hinzuzufügen, um ihnen einen skuril und surrealen Ausdruck zu geben. Auch zeig ich mein kleines Kämmerlein in meinen Bildern. An Ausstellungen habe ich noch nicht teilgenommen, ich hatte einfach Spass am Malen.» Hamburg, am 15.08.2018