Loading...
Die grösste Entdeckung war Ernst Kolb – hier im Bild während seiner Ausstellung.
Die derzeitige, in Ablösung begriffene Version dieser Webseite.
Die im Jahr 2012 lancierte Erstversion der Webseite mit sporadisch wechselnden Bildern .

Diese Website gibt es schon seit 2012, sie wuchs laufend und erlebte 2025 einen Quantensprung…

Mit Aus­nah­me von Sisi Bol­li­ger, Kurt Haas, Eli­jah, J. Lager, Fritz Mül­ler, Lin­da Naeff, A. Rüthe­mann, Adolf Wölf­li, Alain Signo­ri und Mari­le­na Pelo­si, sowie Ang­kas­a­pura und King Orth, wel­che ich bei­de auf der Platt­form Face­book fand und kon­tak­tier­te, fan­den sich die meis­ten der gezeig­ten Arbei­ten auf Ebay, begon­nen mit dem in Paris leben­den tune­si­schen Künst­ler Jaber, der mei­ne Sam­mel­freu­de geweckt hat. Bei regel­mäs­si­gen Streif­zü­gen im Inter­met stiess ich immer wie­der auf Arbei­ten, die mich über­zeug­ten, die ich mir leis­ten konn­te und kauf­te. Nach die­sem «Zufalls-Prin­zip» ent­stand im Lau­fe der Zeit eine Samm­lung, die Arbei­ten von Künst­lern ver­schie­de­ner Län­der umfasst.

Die gröss­te Ent­de­ckung war Ernst Kolb, des­sen ein­zig­ar­ti­ge Zeich­nun­gen hier vor­ge­stellt wer­den. Sei­ne Zeich­nun­gen wur­den ab 2011 von Rolf Berg­mann auf eBay ange­bo­ten. Ich war fas­zi­niert und begeis­tert. Als ich eini­ge erstei­gert hat­te, sand­te ich eine Doku­men­ta­ti­on an Fach­leu­te. John Mai­zels, der Her­aus­ge­ber der Fach­zeit­schrit «RAWVISION», reagier­te post­wen­dend und schlug mir vor, Kolb einen Bei­trag zu wid­men. Er erschien in Num­mer 79 und ist in der alten Web­sei­te, die nach wie vor online ist, als Down­load im Ori­gi­nal in Eng­lisch, aber auch auf auf Deutsch ver­füg­bar. Die reno­mier­te «Coll­ec­tion de l’Art Brut» in Lau­sanne bezeich­ne­te Kolb ihrer­seits als «cré­a­teur tout à fait éton­nant». Sie kauf­te in der Fol­ge 2013 von Rolf Berg­mann eine ers­te Serie von 25 Zeich­nun­gen und leg­te viel Wert dar­auf, im Kolb gewid­me­ten Arti­kel in «RAWVISION», mit eige­nen Zeich­nun­gen von Kolb ver­tre­ten zu sein.

Wer wür­de von Ernst Kolb heu­te ohne Rolf Berg­mann etwas wis­sen? Der Autor und Bio­graf Kolbs, Rolf Berg­mann, leb­te von 1942 bis 2015. Er hat Kolb per­sön­lich gekannt und die­sem nach des­sen Tod zur Erin­ne­rung das Büch­lein «Der Mann mit der Plas­tik­ta­sche» gewid­met. Er hat sich uner­müd­lich für Kolb ein­ge­setzt und sich um des­sen Nach­lass geküm­mert. Im Nach­lass ist er ist auf Tage­bü­cher in alter deut­scher Süt­ter­lin-Schrift gestos­sen. Es war eine wah­re Sis­i­phus-Arbeit, die­se in les­ba­res Deutsch zu über­tra­gen: das Leben des Ver­ges­se­nen erschien in ganz neu­em Licht und Rolf Berg­mann beschloss, ihm eine Bio­gra­fie zu wid­men. Zeich­nun­gen, die Kolb ohne Titel hin­ter­las­sen hat­te, ver­sah er mit ori­gi­nel­len und tref­fen­den Titeln und sie auf Ebay zum Ver­kauf anzu­bie­ten, die­se haben sicher sehr viel dazu bei­getra­gen, dass Lieb­ha­ber auf die Zeich­nun­gen auf­merk­sam wur­den: der Stein kam ins Rol­len. Der «RAWVISION»-Arti­kel erschien, Jah­re zuvor hat­te Rolf Berg­mann sich bereits erfolg­los an die Coll­ec­tion de l’Art Brut gewandt, inzwi­schen war die Zeit reif und die Reak­ti­on ent­spre­chend posi­tiv. Als Samm­ler und Kolb-Bewun­de­rer bin ich Rolf Berg­mann unend­lich dank­bar, auf Kolb auf­merk­sam gemacht wor­den zu sein. Wir waren per Email in Kon­takt und ich hat­te 2013 die gros­se Freu­de, ihn in Mann­heim bei einer unver­gess­li­chen Lesung aus sei­ner damals soeben ver­öf­fent­lich­ten Bio­gra­fie im Rah­men einer Kolb gewid­me­ten Aus­stel­lung zu tref­fen und ken­nen­zu­ler­nen. Der Erfolg brach­te betrüb­li­cher­wei­se Nei­der auf den Plan, die ihm vor­hiel­ten, Zeich­nun­gen Kolbs zu Unrecht auf eBay ver­kauft zu haben. Dies hat sei­ne letz­ten Jah­re über­schat­tet. Es sei hier aus­drück­lich fest­ge­hal­ten: ohne Rolf Berg­mann wäre Kolb ein Unbe­kann­ter geblie­ben und wäre sein Nach­ass gar in ande­re Hän­de gera­ten und auf Unver­ständ­nis gestos­sen, wäre er viel­leicht gar ent­sorgt wor­den und für immer ver­lo­ren! Der Vor­wurf hat Rolf Berg­mann sehr getrof­fen. Mit Berg­manns Tod im Mai 2015 hat­te Kolb sei­nen wich­tigs­ten Men­tor ver­lo­ren. Danach war es still gewor­den und es war zu befürch­ten, Kolb wer­de ein wei­te­res Mal ver­ges­sen. Glück­li­cher­wei­se hat­te Berg­mann aber doch etwas bewirkt, denn drei Jah­re nach sei­nem Tod verant­stal­te­te die Coll­ec­tion de l’Art Brut 2018 in Lau­sanne eine Aus­stel­lung der Zeich­nun­gen Kolbs. Ein ver­ges­se­ner Künst­ler wur­de wie­der­ent­deckt und gilt seit­her als wich­ti­ger Ver­tre­ter der Art Brut.

Die Ver­öf­fent­li­chung von Kolbs Zeich­nun­gen im Inter­net, der Ankauf von Zeich­nun­gen durch das Muse­um, die Publi­ka­ti­on in der Fach­zeit­schrift und die Ver­öf­fent­li­chung der Bio­gra­fie «Ernst Kolb, Bäcker, Bür­ger, Künst­ler» von Rolf Berg­manns im Well­hö­fer Ver­lag Ende 2013 waren wich­ti­ge Schrit­te und die­se Web­sei­te trug das ihre dazu bei, das Ernst Kolb von Such­ma­schi­nen gefun­den wur­de. Sie zeigt Kolbs ein­zig­ar­ti­ge Arbei­ten, aber auch vie­le span­nen­de Wer­ke ande­rer Künst­ler, auf wel­che ich gestos­sen bin und die nun auf der Sei­te ent­deckt wer­den kön­nen.

Erst­mals wer­den hier auch die ent­de­ckens­wer­ten sub­ti­len, im Ver­bor­ge­nen ent­stan­de­nen Farb­kom­po­si­tio­nen mei­ner Mut­ter, Sisi Bol­li­ger, gezeigt. Sie hat zu Leb­zei­ten nie aus­ge­stellt und die wenigs­ten Leu­te, die sie kann­ten, wuss­ten etwas von die­sen Zeich­nun­gen, mit wel­chen sie sich stun­den­lang beschäf­tig­te.