Der Begriff Art Brut (französisch für «rohe» oder «unverfälschte Kunst») wurde vom französischen Künstler Jean Dubuffet geprägt. Er bezeichnet eine Form von Kunst, die ausserhalb des etablierten Kunstbetriebs entsteht – fernab von Akademien, Trends und kommerziellen Interessen.
Art Brut wird häufig von Menschen geschaffen, die keine formale künstlerische Ausbildung haben: etwa von Aussenseitern, psychisch erkrankten Menschen, Gefängnisinsassen oder Personen am Rande der Gesellschaft. Ihre Werke entstehen aus einem inneren Drang, nicht aus dem Wunsch nach Anerkennung oder Marktwert. Oft sind sie geprägt von grosser Ausdruckskraft, Fantasie und Eigenwilligkeit.
Art Brut wird heute als eigenständige Kunstform anerkannt und in spezialisierten Sammlungen und Museen weltweit gezeigt – etwa in der berühmten Collection de l’Art Brut in Lausanne. Sie lädt dazu ein, Kunst neu zu denken – jenseits von Konventionen, Normen und stilistischen Vorgaben.